Unsere Filmtipps

EVERY THING WILL BE FINE

von Wim Wenders
Mit James Franco, Racel McAdams, Marie-Josée Croze, Charlotte Gainsbourg

EVERY THING WILL BE FINE

Ein Winterabend. Eine Landstraße. Es schneit, die Sicht ist schlecht. Aus dem Nichts kommt ein Schlitten einen Hügel herunter geglitten. Eine Vollbremsung, der Wagen kommt zum Stand. Stille. Den Schriftsteller Tomas trifft keine Schuld an diesem tragischen Unfall, ebenso wie den kleinen Christopher, der besser auf seinen Bruder hätte aufpassen können, oder Kate, die Mutter der beiden, die die Kinder früher hätte ins Haus rufen sollen... Tomas fällt in ein tiefes Loch. Die Beziehung zu seiner Freundin Sara zerbricht an der Belastung. Tomas rettet sich in sein Schreiben. Aber darf er dazu Erfahrungen verarbeiten, die das Leiden anderer einbeziehen?

William Shakespeare's
TITUS

Von Julie Taymor
Mit Anthony Hopkins, Jessica Lange, Alan Cumming, Jonathan Rhys-Myers,
Dario D'Ambrosi, Angus MacFadyen, Harry J. Lennix

TITUS

Der römische General Titus Andronicus kehrt nach einem erfolgreichen Feldzug gegen die Goten nach Rom zurück. Als Gefangene bringt er die gotische Königin Tamora und ihre drei Söhne mit. Andronicus lässt nach römischem Brauch den Erstgeborenen von Tamora für seine ermordeten Söhne opfern.

Zur gleichen Zeit tobt ein Streit um den Kaiserthron, den die Brüder Saturninus und Bassianus jeweils für sich beanspruchen. Statt ihrer wird allerdings der Kriegsheld Titus vom Senat zum Kaiser ernannt. Er lehnt jedoch ab und macht Saturninus zum Kaiser, da er der Erstgeborene des verstorbenen Kaisers ist. Saturninus bittet Andronicus, ihm seine Tochter Lavinia zur Frau zu geben, diese ist jedoch schon mit Bassianus verlobt, was eine Heirat mit Saturninus verhindert.

Saturninus nimmt daraufhin die gefangene Gotin Tamora zur Frau. Diese sieht damit die Möglichkeit gekommen, sich an Titus Andronicus für den Mord an ihrem Sohn zu rächen. Sie lässt Bassianus durch ihre beiden verbliebenen Söhne Chiron und Demitrius ermorden und schiebt die Tat Titus' beiden Söhnen unter, die dafür hingerichtet werden. Anschließend vergewaltigen und verstümmeln Chiron und Demitrius Lavinia. Als Titus herausfindet, wer hinter dem Verbrechen steckt, tötet er die Söhne Tamoras und setzt ihr während eines angeblichen Versöhnungsessens deren Überreste in Form einer Pastete vor.

Da er die Schmach seiner vergewaltigten und verstümmelten Tochter nicht ertragen kann, bricht er ihr das Genick und ersticht aus Rache Tamora. Daraufhin wird Titus von deren Ehemann und Kaiser Saturninus erstochen, der wiederum der Rache von Titus' verbliebenem Sohn Lucius erliegt. Lucius wird schließlich zum Kaiser gekrönt. 

Auszeichnungen
Kostümbildnerin Milena Canonero wurde für einen Oscar nominiert.
Harry J. Lennix gewann einen Golden Satellite Award als Bester Nebendarsteller in einem Drama.
Hauptdarsteller Anthony Hopkins wurde für die London Critics Circle Film Awards in der Kategorie Bester britischer Schauspieler nominiert.

THE HOURS

Film von Stephen Daldry.
Mit Nicole Kidman, Julianne Moore, Meryl Streep u.a.

THE HOURS

Stephen Daldrys hochgelobte Kinoadaption von Michael Cunninghams bewegendem Roman „The Hours“, in dem auf kunstvolle Art und Weise das Schicksal dreier Frauen in drei verschiedenen Zeitepochen und ein Buch zu einer eng verwobenen Einheit verschmelzen. Cunninghams mit dem Pulitzer-Preis ausgezeichnetes Werk galt eigentlich als unverfilmbar, da es von den inneren Monologen der Protagonisten lebt und diese auf der Leinwand nur schwerlich umzusetzen sind. Doch das Kunststück gelang, was weniger ein Verdienst von Drehbuchautor David Hare ist, sondern vielmehr das der grandiosen schauspielerischen Darbietungen jedes einzelnem in einem Cast, der die Crême de la Crême des amerikanischen Filmbusiness versammelt.
Virginia Woolfs Roman „Mrs. Dalloway“ steht im Mittelpunkt der Handlung, daher ist es angebracht, näher auf diesen einzugehen. Welchen Anspruch Virginia Woolf an sich selbst stellte, wird deutlich, wenn man weiß, dass sie James Joyce’ Meisterwerk „Ulysses“ als „primitives und ungebildetes Buch“ ansah. Mrs. Clarissa Dalloway, die Gattin eines Parlamentsabgeordneten, plant eine große Abendgesellschaft in ihrem Haus im vornehmen Londoner Stadtteil Westminster. Doch während der Vorbereitungen überlässt sie sich ihren Erinnerungen und Gedanken, die sich zu einem Gewebe aus zufälligen Begegnungen, Verabredungen und schmerzlichen Abschieden zusammenschließen. Dabei stellt sie sich zunehmend selbst die Frage nach dem Sinn des Lebens. Ist es noch lebenswert? Was habe ich bisher erreicht? Der Wunsch in ihr nach dem alles erlösenden Freitod wird immer größer… Wie kein anderes Werk wurde Woolfs „Mrs. Dalloway“ zu einem Symbol für die Emanzipation der Frau. Und auf eben jenem Meilenstein der Literatur basiert nun „The Hours“

HAPPY END

Von Michale Haneke
Mit Isabelle Huppert, Jean-Louis Trintignand und anderen

HAPPY END

“Rundherum die Welt und wir mittendrin, blind.” Die Momentaufnahme einer bürgerlichen europäischen Familie.
"Gibt es depressive Bagger? Bei dem Filmregisseur Michael Haneke gibt es einen. Er hockt in einem riesigen Erdloch und baggert stumpfsinnig vor sich hin. Das Ungetüm dreht sich von links nach rechts und wieder zurück. Viel schafft er nicht weg. Die Totale zeigt Ausschachtungsarbeiten im französischen Calais. Arbeiter kommen und gehen, im Hintergrund plappert das Radio. Plötzlich löst sich auf einer Seite das Erdreich, und eine Wand stürzt ein. Oben stehen, säuberlich aufgereiht, mobile Toilettenhäuschen. Zwei rutschen auf den Abgrund zu, zögern kurz – und stürzen in die Tiefe.

Die Szene ist grandios und gibt dem Film die Richtung vor: Es geht abwärts. Ein Hamster verendet an einer Überdosis Antidepressiva, vielleicht ist er bloß ohnmächtig. Eine Frau fällt ins Koma, kommt ins Krankenhaus und stirbt. Später wird ihre Tochter Eve (Fantine Harduin) eine Überdosis Schlaftabletten nehmen. Deren Großvater Georges (Jean-Louis Trintignant) lebt nur noch fürs Happy End und will sich umbringen. Sein erster Versuch ging "leider" schief; jetzt hält ihn die Hoffnung auf eine nächste Gelegenheit am Leben. Am Schluss wird es lustig. Die Geschäftsfrau Anne (Isabelle Huppert) feiert Verlobung, doch ihr Sohn aus erster Ehe, der Taugenichts Pierre (Franz Rogowski), stört mit einer Gruppe afrikanischer Migranten das schöne Fest. Als er sich weigert, den Raum zu verlassen, bringt ihn die Mutter mit rabiaten Mitteln zur Räson. Auf den Lippen ein triumphierendes Lächeln.

Happy End ist eine schwarze Komödie, alles ist sehr ernst und oft auch sehr komisch ..." Andreas Assheuer, DIE ZEIT 11.Okt. 2017 

WIR KÖNNEN NICHT DEN HELLEN HIMMEL TRÄUMEN

Ein Frauenkloster in Südtirol: Wo früher 18 Dominikanerinnen lebten, sind heute nur noch Schwester Angelika und Schwester Benvenuta zuhause. Vor 50 Jahren traten die leiblichen Schwestern, die auf einem Bauernhof aufwuchsen, dem Orden bei und sahen über die Jahre zu, wie sich die Gemeinschaft auflöste. Doch auch zwei Nonnen reichen, um ein Kloster zu betreiben, und so setzen die beiden Frauen alles daran, einen vergleichsweise normalen Klosteralltag aufrechtzuerhalten, auch wenn viele ihrer früheren Funktionen nicht mehr gebraucht werden: Die Hostien werden nicht mehr vor Ort gebacken, auch die Wäsche des Pfarrers müssen sie nicht mehr reinigen. Filmemacherin Carmen Tartarotti gewährt in ihrem Dokumentarfilm einen Einblick in das Leben zweier ungewöhnlicher Frauen.

HOTEL NOTEBOOM 

EINE BILDERREISE INS LAND DER WORTE
Ein Film von Heinz Peter Schwerfel
Mit Cees Noteboom, Connie Palmen, Max Neumann, Rüdiger Safranski, Marie Depussé, László Földényi
Texte gelesen von André Jung, Nina Kronjäger, Otto Sander, Martin Wuttke

HOTEL NOTEBOOM - Eine Bilderreise ins Land der Worte

»Wobei soll man einen Schriftsteller filmen?«, fragte die Süddeutsche Zeitung, als HOTEL NOOTEBOOM in die Kinos kam, »er trainiert nicht, er springt nicht, er singt nicht gut.« Heinz Peter Schwerfel hat dieses Problem auf überzeugende Weise gelöst. Er zeigt Cees Nooteboom, den Kosmopoliten und »Nomaden aus Überzeugung«, in Menorca, Paris und Berlin. Nooteboom spricht über seine literarischen Vorbilder, Freunde und Weggefährten wie Rüdiger Safranski und László Földényi kommen zu Wort. Das Ergebnis fand begeisterte Resonanz. Ulrich Greiner schrieb in Die Zeit, wenn man Schwerfels »leuchtenden Film« gesehen habe, bekomme man Lust, hinfort anders zu reisen: »langsamer, klüger, neugieriger, mit weit geöffneten Augen«.

HOW TO MAKE A BOOK WITH STEIDL

Dokumentarfilm von Jörg Adolph & Gereon Wetzel
Mit: Robert Frank, Karl Lagerfeld, Günter Grass, Martin Parr, Joel Sternfeld, Ed Ruscha, Robert Adams, Jeff Wall ... und Gerhard Steidl.

HOW TO MAKE A BOOK WITH STEIDL

Die Filmemacher geben Steidls Begegnungen mit den einzelnen Künstlern viel Raum, in diesen Momenten entfaltet sich die Persönlichkeit ihres Protagonisten zwischen grummeliger Kauzigkeit und sympathisch jungenhaftem Charme. Eine unaufdringliche Ebene mit Hintergrundinformationen wird durch ein Radio-Interview und eine Verlagsführung Steidls geschickt eingewoben.
Den roten Faden bildet die Herstellung des Buches "iDubai" von Joel Sternfeld, dem Grossmeister der Farbfotografie, der tatsächlich ein neues Lieblingsspielzeug gefunden zu haben scheint. Konsterniert sieht Steidl zu, wie Sternberg während seiner kostbaren Zeit im Göttinger Verlagshaus auf seinem iPhone herumdaddelt, mit dem er auch die Bilder für das Buch geschossen hat.
Adolph und Wetzel gelingt es in ihrer Montage, sowohl die absurden Augenblicke ("Fuck the midtones!"), als auch die kleinen leisen Momente herauszustellen.
Kirten Kieninger, kino-zeit

Auszeichnungen: Goldene Taube Leipziger Festival für Dokumentarfilm, Duisburger Filmwoche: Preis des Goethe Instituts, Deutscher Dokumentarfilmpreis (Preis des Hauses des Dokfilms). 

VICTORIA
Atemlos
durch die Stadt

Ein Film von SEBASTIAN SCHIPPER.
Mit Laia Costa, Frederick Lau, André Hennicke.
Kamera: Sturla Brandth Grøvlen
Musik von Nils Frahm

VICTORIA – Atemlos durch die Stadt

Eine Stunde noch, dann neigt sich auch diese Nacht in Berlin wieder dem Ende zu. Vor einem Club lernt Victoria, eine junge Frau aus Madrid, vier Berliner Jungs kennen - Sonne, Boxer, Blinker und Fuß. Der Funke zwischen ihr und Sonne springt sofort über, aber Zeit füreinander haben die beiden nicht. Sonne und seine Kumpels haben noch etwas vor. Um eine Schuld zu begleichen, haben sie sich auf eine krumme Sache eingelassen. Als einer von ihnen unerwartet ausfällt, soll Victoria als Fahrerin einspringen. Was für sie wie ein großes Abenteuer beginnt, entwickelt sich zunächst zu einem verrückten euphorischen Tanz - und dann schnell zum Albtraum. Während der Tag langsam anbricht, geht es für Victoria und Sonne auf einmal um Alles oder Nichts ...

GERHARD RICHTER
PAINTING

Ein Dokumentarfilm von Corinna Belz.
Bester Dokumentarfilm 2012 / Deutscher Filmpreis
„Einer der wenigen neueren Dokumentarfilme,
die die Leinwand wirklich füllen.“ Berliner Zeitung

GERHARD RICHTER PAINTING

Die Filmemacher geben Steidls Begegnungen mit den einzelnen Künstlern viel Raum, in diesen Momenten entfaltet sich die Persönlichkeit ihres Protagonisten zwischen grummeliger Kauzigkeit und sympathisch jungenhaftem Charme. Eine unaufdringliche Ebene mit Hintergrundinformationen wird durch ein Radio-Interview und eine Verlagsführung Steidls geschickt eingewoben.
Den roten Faden bildet die Herstellung des Buches "iDubai" von Joel Sternfeld, dem Grossmeister der Farbfotografie, der tatsächlich ein neues Lieblingsspielzeug gefunden zu haben scheint. Konsterniert sieht Steidl zu, wie Sternberg während seiner kostbaren Zeit im Göttinger Verlagshaus auf seinem iPhone herumdaddelt, mit dem er auch die Bilder für das Buch geschossen hat.
Adolph und Wetzel gelingt es in ihrer Montage, sowohl die absurden Augenblicke ("Fuck the midtones!"), als auch die kleinen leisen Momente herauszustellen.
Kirten Kieninger, kino-zeit

Auszeichnungen: Goldene Taube Leipziger Festival für Dokumentarfilm, Duisburger Filmwoche: Preis des Goethe Instituts, Deutscher Dokumentarfilmpreis (Preis des Hauses des Dokfilms). 

GOYAS GEISTER

von Regisseur Milos Forman
mit Javier Bardem, Natalie Portman, Stellan Skarsgård,
Randy Quaid, José Luis Gómez, Michael Lonsdale

GOYAS GEISTER

Spanien, 1792: Inés, die junge Muse des Hofmalers Francisco Goya, wird von der Inquisition der Ketzerei beschuldigt. Dank Goyas Einfluss wendet der Inquisitor Lorenzo die Todesstrafe ab, doch Lorenzo fällt selbst in Ungnade und flieht nach Frankreich. 16 Jahre später kehrt er zurück. Als fanatischer Verfechter der Revolutions-Ideale klagt er nun die alte spanische Ordnung an und öffnet die Kerker, wodurch auch Inés endlich das Licht der Freiheit wieder erblickt. So kommt es zum schicksalhaften Wiedersehen zwischen Goya, Lorenzo und Inés.

NATIONAL GALLERY

Ein Film von Frederick Wiseman
2014.
2015 nominiert für den César als Bester Dokumentarfilm 

NATIONAL GALLERY

Im Mittelpunkt der Dokumentation "National Gallery" von Regisseur Frederick Wiseman steht die weltberühmte Londoner Nationalgalerie. Die stattliche ausgestellte Gemäldesammlung umfasst Werke vom 13. bis zum 19. Jahrhundert und ist für die Besucher frei zugänglich. Jedes Jahr kommen Millionen von Menschen aus aller Welt. Doch ein Museum ist mehr als nur Ausstellungsraum. In der Doku wird darum auch gezeigt, wie die Angestellten Touren für Kinder durchführen, wie Restauratoren daran arbeiten, die Kunstschätze zu erhalten und wie Wissenschaftler die Bilder studieren und deren kunsthistorische Bedeutung einschätzen. Managemententscheidungen über Ausgabenkürzungen oder die Arbeit der Handwerker, die Wände hochziehen und damit die Räume für entsprechende Ausstellungen präparieren, werden ebenfalls beleuchtet.

CONTROL

Ein Film von Anton Corbijn
über Joy Division Frontmann Ian Curtis,
herausragend gut gespielt von SAM RILEY.
In weiteren Hauptrollen zu sehen sind
ALEXANDRA MARIA LARA und SAMANTHA MORTON.
In einer kleinen Nebenrolle ist auch Herbert Grönemeyer zu sehen. 

CONTROL


Auf dem RAW PHOTOFESTIVAL WORPSWEDE wurde im September der Dokumentarfilm INNSIDE OUT über den niederländischen Musik-Starfotografen ANTON CORBIJN gezeigt. Corbijn hatte zuvor bereits stilprägende Videos für Depeche Mode, Nivana, U" oder Herbert Grönemeyer gedreht. Dessen Spielfilm-Regiedebüt ist der biografische Film über IAN CURTIS, den Sänger der sehr bedeutenden und wegweisenden englischen Post-Punk-Band JOY DIVISION, der auf dem Buch Touching from a Distance von Curtis’ Witwe Deborah basiert, die zugelcih Co-Produkzentin des Films ist. Dennoch ist der Film keine Buchverfilmung, denn Corbijn führte viele Gespräche mit damals Beteiligten, zu denen auch Anik Honoré zählt, der damaligen Geliebten von Curtis, die sich zuvor nie zu den Geschehnissen dieser Zeit öffentlich geäußert hat. Anik wird von ALEXANDRA MARIA LARA dargestellt, die zweifach OSCAR-nominierte Schauspielerin SAMATHA MORTON spielt Deborah Curtis.

Ian Curtis – großartig dargestellt von SAM RILEY – ist ein innerlich zerrissener Musiker, der mit seiner Band JOY DIVISION Ende der 1970er / Anfang der 1980er Jahre den Übergang vom Punkrock zum sogenannten Post-Punk entscheidend mitgestaltete. Der Film skizziert sein Leben auf sehr eindringliche Weise bis zu seinem Tod durch Siuzid am Vorabend des Aufbruchs zur ersten Amerika Tournee der Band.

Dass Corbijn für seinen ersten Spielfilm die Vita des tragischen Sängers wählte, ist nicht ganz zufällig. Die erste Plattenveröffentlichung von Joy Division veranlasste den damals jungen Fotografen, seinerseits den Kontakt zur Gruppe zu suchen und letztlich dorthin zu gehen, wo seiner Auffassung nach „die Musik“ stattfand.

Der Film eröffnete am 17. Mai 2007 die 39. Ausgabe der Director’s Fortnight, eines unabhängigen Teils der Filmfestspiele von Cannes, der von der Gesellschaft der französischen Regisseure organisiert wird, und bekam durchweg positive Kritiken. Anton Corbijn präsentierte seinen Film im Rahmen der Cologne Conference am 28. September 2007 als deutsche Festivalpremiere in Köln; am 10. Januar 2008 startete der Film synchronisiert und als OmU mit 46 Kopien gut in den deutschen Kinos und landete auf Platz 14 der meistgesehenen Filme mit 25.000 Zuschauern am ersten Wochenende. CONTROL erhielt viele Auszeichnungen, darunter wurde er als bester europäischer Film der Filmfestspiele von Cannes und bester britischer Film auf dem Edinburgh International Film Festival ausgezeichnet und erhielt den Preis der Hamburger Filmkritik auf dem Filmfest Hamburg. Riley wurde als bester Darsteller auf dem Edinburgh International Film Festival geehrt.

JERICHOW

Ein Film von CHRISTIAN PETZOLD
mit NINA HOSS, BENNO FÜRMANN und HILMI SÖZER

JERICHOW

Drei Menschen treffen mit schicksalhafter Zufälligkeit aufeinander. Thomas (Benno Fürmann), jung, kräftig, wortkarg, ein ehemaliger Soldat, unehrenhaft aus der Armee entlassen; Ali (Hilmi Sözer), vom Leben schon ein wenig mitgenommen, aber immer noch leutselig, ein türkischer Unternehmer in Deutschland, der mit seinen Imbissbuden reich geworden ist; Laura (Nina Hoss), seine Frau, attraktiv, reserviert, wie jemand, die schon vieles hinter sich hat. Auf den Landstraßen des deutschen Nordostens, in den Wäldern des weiten, flachen Landes, an den Klippen über dem Meer entfaltet sich das Drama dieser drei Menschen, deren Sehnsüchte sich immer wieder in einem anderen, tieferen Traum brechen. Zwischen Schuld und Freiheit, Kalkül und Leidenschaft liegen Wünsche, deren Erfüllung bald nur noch um den Preis des Verrats möglich scheint. 

TAGE ODER STUNDEN

Ein Filmdrama von JEAN BECKER
(„Dialog mit meinem Gärtner)
mit Albert Dupontel, Marie-Josée Croze, Pierre Vaneck
Frankreich 2007

TAGE ODER STUNDEN

Die Filmemacher geben Steidls Begegnungen mit den einzelnen Künstlern viel Raum, in diesen Momenten entfaltet sich die Persönlichkeit ihres Protagonisten zwischen grummeliger Kauzigkeit und sympathisch jungenhaftem Charme. Eine unaufdringliche Ebene mit Hintergrundinformationen wird durch ein Radio-Interview und eine Verlagsführung Steidls geschickt eingewoben.
Den roten Faden bildet die Herstellung des Buches "iDubai" von Joel Sternfeld, dem Grossmeister der Farbfotografie, der tatsächlich ein neues Lieblingsspielzeug gefunden zu haben scheint. Konsterniert sieht Steidl zu, wie Sternberg während seiner kostbaren Zeit im Göttinger Verlagshaus auf seinem iPhone herumdaddelt, mit dem er auch die Bilder für das Buch geschossen hat.
Adolph und Wetzel gelingt es in ihrer Montage, sowohl die absurden Augenblicke ("Fuck the midtones!"), als auch die kleinen leisen Momente herauszustellen.
Kirten Kieninger, kino-zeit

Auszeichnungen: Goldene Taube Leipziger Festival für Dokumentarfilm, Duisburger Filmwoche: Preis des Goethe Instituts, Deutscher Dokumentarfilmpreis (Preis des Hauses des Dokfilms). 

AUF DER
ANDEREN SEITE

Film von FATIH AKIN von 2007

AUF DER ANDEREN SEITE

Ali (Tuncel Kurtiz) ist ein einsamer pensionierter Witwer. Bei einem seiner zahlreichen Bordellbesuche trifft er die Prostituierte Yeter (Nursel Köse, "Kebab Connection") und bringt sie dazu, gegen eine monatliche Unterstützung in Höhe ihres bisherigen Lohns mit ihm zusammenzuleben. Alis gebildeter Sohn Nejat (Baki Davrak), der Germanistik an der Universität Hamburg unterrichtet, findet die Wahl seines sturen alten Herren mehr als eigenartig. Erst als er erfährt, dass Yeter den Großteil ihres Geldes zu ihrer Tochter Ayten (Nurgül Yesilcay) nach Istanbul schickt, um deren Studium zu finanzieren, beginnt er sie zu respektieren. Als Yeter auf tragische Weise ums Leben kommt, begibt sich Nejat auf die Suche nach Ayten. Doch die politische Aktivistin ist längst aus der Türkei geflohen und hat in Deutschland bei Lotte (Patrycia Ziolkowska, Solino) und ihrer Mutter Susanne (Hanna Schygulla, Winterreise) Zuflucht gefunden. Es braucht mehr als eine Reise, bis die Protagonisten schließlich zueinander finden…

Preise: u. an.: Internationale Filmfestspiele von Cannes 2007: Preis für das beste Drehbuch und Preis der Ökumenischen Jury (Prix du Jury oecuménique). Nominiert für den OSACR, den César. Deutscher Filmpreis (2008)

"Nach der jugendlichen Sturm-und-Drang-Phase des viel bejubelten ersten Teils über die Liebe ("Gegen die Wand"), ist Akins Drama über den Tod „Auf der anderen Seite" das gereifte Werk eines Regisseurs, der das Newcomer-Label erfolgreich abgeschüttelt hat. Die minimalistische Emotionalität des Films sagt viel, ohne alles aussprechen zu müssen. Die Themen zwischen Türkei und Deutschland, Eltern und Kind, Leben und Tod werden auf meisterhafte Weise verknüpft, ohne sich im Dickicht der sechs komplexen Schicksale zu verheddern, von denen Akin erzählt."

Daniela Leistikow (filmstarts-Redaktion)

DJANGO UNCHAINED

Ein Film von QUENTIN TARANTINO
mit JAMIE FOXX, CHRISTOPH WALTZ, LEONARDO DiCAPRIO, KERRY WASHINGTON, SAMUEL L. JACKSON, DON JOHNSON

DJANGO UNCHAINED

Angesiedelt in den Südstaaten, zwei Jahre vor dem Bürgerkrieg, erzählt DJANGO UNCHAINED die Geschichte von Django (Jamie Foxx), einem Sklaven, dessen brutale Vergangenheit mit seinen Vorbesitzern dazu führt, dass er dem deutschstämmigen Kopfgeldjäger Dr. King Schultz (Chrisoph Waltz), Auge in Auge gegenübersteht. Schultz verfolgt gerade die Spur der mordenden Brittle-Brüder und nur Django kann ihn ans Ziel führen. Der unorthodoxe Schultz sichert sich daher Djangos Hilfe, indem er ihm verspricht, ihn zu befreien, nachdem er die Brittles gefangen genommen hat -- tot oder lebendig. Nach erfolgreicher Tat löst Schultz sein Versprechen ein und setzt Django auf freien Fuß. Dennoch gehen die beiden Männer ab jetzt nicht getrennte Wege. Stattdessen nehmen sie gemeinsam die meist gesuchten Verbrecher des Südens ins Visier. Während Django seine überlebensnotwendigen Jagdkünste weiter verfeinert, verliert er dabei sein größtes Ziel nicht aus den Augen: Er will seine Frau Broomhilda (KERRY WASHINGTON) finden und retten, die er einst vor langer Zeit an einen Sklavenhändler verloren hat. Ihre Suche führt Django und Schultz zu Calvin Candie (Leonardo DiCaprio). Candie ist der Eigentümer von „Candyland", einer berüchtigten Plantage. Als Django und Schultz das Gelände der Plantage unter Vorgabe falscher Identitäten auskundschaften, wecken sie das Misstrauen von Candies Haussklaven und rechter Hand Stephen (Samuel L. Jackson). Jede ihrer Bewegungen wird fortan genau überwacht und eine heimtückische Organisation ist ihnen bald dicht auf den Fersen. Wenn Django und Schultz mit Broomhilda entkommen wollen, müssen sie sich zwischen Unabhängigkeit und Solidarität, zwischen Aufopferung und Überleben entscheiden...

Oscar®-Preisträger Quentin Tarantino schrieb das Drehbuch und führte Regie bei DJANGO UNCHAINED. 

WINTER
SCHLÄFER

Film von Tom Tykwer.
Mit Heino Ferch, Floriane Daniel, Marie-Lou Sellem, Ulrich Matthes

WINTERSCHLÄFER

Kurz nach Weihnachten kehren fünf Personen allesamt wieder nach Hause, einem tief verschneiten Winterurlaubsort in der Nähe von Berchtesgaden in den Bergen. Wie diese fünf Menschen zusammenhängen, wer zu wem in welcher Beziehung steht, wird erst mit der Zeit offensichtlich. Skilehrer Marco (Heino Ferch) zieht zu seiner Freundin, der Übersetzerin Rebecca (Floriane Daniel) in die Villa von Rebeccas Freundin und Krankenschwester Laura (Marie-Lou Sellem), die die Villa geerbt hat. Seinen Wagen lässt er mitsamt dem Schlüssel offen stehen. Laura wiederum liebt den Kinovorführer René (Ulrich Matthes), dessen Hobby es ist, mit einer Lomo-Kamera Situationen festzuhalten. Angetrunken kommt er an der Villa an, erblickt den schicken Alfa Romeo, steigt ein und fährt los. Der Fünfte im Bunde ist der Bergbauer Theo (Josef Bierbichler), der seine kleine Tochter bei einem Unfall verliert. 

LE HAVRE

von AKI KAURISMÄKI
mit André Wilms
(2011)

LE HAVRE

Traumhaft schönes Sozialmärchen vom finnischen Pessimisten Aki Kaurismäki mit dem "happiest Ending in filmhistory". kino.de

Marcel Marx (André Wilms), früher Autor und wohlbekannter Bohemian, hat sich vor längerer Zeit in sein frei gewähltes Exil, die Hafenstadt Le Havre, zurückgezogen. Hier geht er inzwischen der ehrenwerten, aber nicht sonderlich einträglichen Tätigkeit eines Schuhputzers nach. Der Traum vom literarischen Durchbruch ist längst begraben und so führt er ein zufriedenes Leben zwischen Arbeit, Bar und seiner Frau Arletty (Kati Outinen). Doch plötzlich kreuzt das Schicksal seinen Weg in Gestalt eines minderjährigen Flüchtlings (Blondin Miguel) aus Afrika. Obwohl seine geliebte Frau ernsthaft erkrankt, muss Marcel sich erneut gegen die menschliche Gleichgültigkeit erheben. Seine einzigen Waffen sind sein unerschütterlicher Optimismus und die ungebrochene Solidarität der Mitbewohner seines Quartiers. Mit ihrer Hilfe tritt er gegen den blindwütigen Machtapparat des Staates an, der die Schlinge um den Flüchtlingsjungen immer enger zieht. Es wird Zeit für Marcel, seine Schuhe zu polieren und die Zähne zu zeigen...

In LE HAVRE, den er nach längerer Abstinenz zum ersten Mal wieder außerhalb von Finnland drehte, wirkt Aki Kaurismäki erneut so kämpferisch wie in „Der Mann ohne Vergangenheit", gleichzeitig aber auch so poetisch wie in seinem ebenfalls in Frankreich realisierten Film „Das Leben der Bohéme". 

MR. TURNER - MEISTER DES LICHTS

Film von Mike Leigh (2014).
Ausgezeichnet als Bester Darsteller,Filmfestspiele Cannes: Timothy Spall

MR. TURNER - MEISTER DES LICHTS

Der britische Landschaftsmaler J.W.M. Turner ist ein exzentrischer Eigenbrötler und arbeitswütiger Künstler, der in Grunzlauten kommuniziert. Nur zu wenigen Menschen pflegt er eine engere Beziehung, etwa zu seinem Vater, der ihm assistiert und dessen Tod ihn in eine tiefe Depression stürzt, oder zu einer zweifachen Witwe, die er liebt, aber nie heiratet. Seine Haushälterin ist ihm bedingungslos ergeben und lässt sich auch sexuell ausnützen. Von der Öffentlichkeit wird seine zunehmend abstraktere Kunst abgelehnt. Brillante Filmbiographie über die 20 letzten Jahre im Leben des britischen Malers J.M.W. Turner, bei der die alles überragende Darstellung von Timothy Spall im Mittelpunkt steht. Regisseur Mike Leigh versucht nicht, die widersprüchliche Figur zu entschlüsseln, stattdessen konzentriert er sich auf die sorgfältige, getragene Erzählung. In genau austarierten, oftmals nur mit Kerzenlicht ausgeleuchteten Tableaus, die an die Gemälde Turners erinnern, breitet Leigh die Geschichte aus, die das Leben eines Visionärs fokussiert und eine Liebeserklärung ans Licht ist.

BABETTES FEST

Film von GABRIEL AXEL
mit Stéphane Audran, Birgitte Federspiel und Bodil Kjer.
(1987) OSCAR Bester ausländischer Film

BABETTES FEST

Der Film hat eine Langsamkeit, die man im Kino nicht mehr erwartet. Nicht, Weil irgend jemand gelernt hätte, wirklich schneller zu sehen, zu begreifen; sondern Weil man sich daran gewöhnt hat, einfach weniger zu sehen." Andreas Kilb, DIE ZEIT

Eine wunderbare Idylle bietet sich dem Zuschauer, der sich in diesen poetischen Film hineinfallen lässt. Es geht um die Kunst des Kochens und diese wird eindrucksvoll inszeniert. Vor allem was die Geräuschebene angeht, kann man hier schlemmen was das Zeug hält. Der Film ist aber nicht nur Festmahl, er berichtet darüber, was das Aufbrechen von erstarrten Strukturen bei Menschen bewegen kann. Auf einer anderen Ebene erzählt er aber auch über das Erzählen und legt ein Zeugnis davon ab, wie dekonstruierbar filmische Mittel sind. Fazit: Ein Fest der Sinne

IM WINTER EIN JAHR

Ein Film von Caroline Link mit Karoline Herfurth, Corinna Harfouch, Josef Bierbichler, Cyril Sjöström.

IM WINTER EIN JAHR

Max Hollander (Josef Bierbichler) soll ein Portrait der beiden Kinder von Eliane (Corinna Harfouch) anfertigen. Das ist merkwürdig, denn Sohn Alexander (Cyril Sjöström) starb bereits vor einem Jahr und seine Schwester Lilli (Karoline Herfurth) mag den Gedanken nicht, dass ihre Mutter Alexander als Dekoration an die Wand hängen möchte. Lillis abweisende Haltung bröckelt zaghaft, als sie eine Freundschaft mit dem alternden Künstler anfängt und dabei ihre Trauer langsam verarbeiten kann ... 

MAN ON WIRE

Ein Dokumentarfilm von James Marsh
nach dem Buch von Philippe Petit.
Großbritannien 2008.
OmU

MAN ON WIRE

Am 7. August 1974 balancierte ein Franzose namens Philippe Petit auf einem Drahtseil zwischen den Twin Towers des World Trade Centers in New York, den beiden höchsten Türmen der damaligen Welt. Nachdem er eine Stunde lang ohne Netz oder Sicherheitsgurt auf dem Drahtseil tanzte, wurde er festgenommen und ins Gefängnis gesteckt. Bis zu diesem Moment hatte niemand außer Petit und seinen Komplizen, mit denen er diesen illegalen ‚Coup monatelang zusammen vorbereitet hatte, je etwas davon erfahren. James Marshs Dokumentarfilm erweckt Petits unglaubliches Abenteuer wieder zum Leben durch das Zeugnis aller beteiligten Konspiranten, die ein einmaliges und wunderschönes Kunststück schufen, das als „das künstlerische Verbrechen des Jahrhunderts" in die Geschichte einging.

Ein Dokumentarfilm von James Marsh nach dem Buch von Philippe Petit „To reach the clouds Großbritannien 2008, englisch/französisch, 94 Minuten

DAS WEISSE BAND

Eine deutsche Kindheit
Ein Film von MICHAEL HANEKE (2009)
mit CHRISTIAN FRIEDEL, LEONIE BENESCH, ULRICH TUKUR u.w.
Goldene Palme in Cannes, Europäischer Filmpreis, Golden Globe.

DAS WEISSE BAND - EINE DEUTSCHE KINDHEIT

1913, in einem protestantischen Dorf Norddeutschlands, hat der Gemeindearzt einen mysteriösen Reitunfall. Ein Drahtseil brachte das Pferd des Doktors zu Fall. Der Pastor (Burghart Klaußner) appelliert an die Täter, sich zu stellen, aber niemand kommt der Aufforderung nach. Wenig später vergiftet ein weiteres merkwürdiges Vorkommnis die Atmosphäre: eine Bäuerin verunglückt tödlich bei der Arbeit im Sägewerk des Barons (Ulrich Tukur). Dem jungen Lehrer (Christian Friedel) fällt auf, dass sich einige Kinder anders als sonst verhalten. Insbesondere die beiden Ältesten des strengen Pastors, der seine Sprösslinge ein weißes Band als Zeichen ihrer Sünden tragen lässt, scheinen ein Geheimnis mit sich herum zu tragen. Da geschieht das nächste Unglück ... 

DER EISSTURM

Ein Film von ANG LEE
Mit Kevin Kline, Joan Allen, Sigourney Weaver ...
(1997)

DER EISSTURM

Conneticut 1973: eine kleine Vorstadt am Wochenende nach Thanksgiving. Das Wetter wird kälter und ähnlich sieht es auch in den Herzen der Menschen aus. Die Ehe von Elena und Benjamin Hood (Joan Allen, Kevin Kline) ist an einem Tiefpunkt angekommen. Er hat ein Verhältnis mit einer Nachbarin, Janey Carver (Sigourney Weaver), sie liest Selbsthilfebücher. Es ist die Zeit der Frustration und der sexuellen Befreiung und sie sind an diesem Wochenende zu einer Partnertauschparty eingeladen. Beiden ist die Sache nicht geheuer, doch sie wissen auch, daß es so nicht weitergehen kann. Der Sohn der Hoods, Paul (Tobey Maguire), reist derweil in die Stadt, weil er sich dort von einer hübschen Klassenkameradin etwas erwartet. Die Tochter Wendy (Christina Ricci) durchstöbert derweil die Bars und Schränke der Nachbarn, von Neugier und der Pubertät getrieben kommt es zu sexuell motivierten Spielen mit den Carver-Kindern. In der Nacht, in der eine Tragödie alles verändern wird, zieht ein Eissturm auf, der Schlimmste des Jahrhunderts ...

HANDKE
Bin im Wald. Kann sein, dass ich mich verspäte.



Nach "Gerhard Richter Painiting" der nächste Dokumentarfilm von Corinna Belz mit Peter Handke. 

HANDKE
Bin im Wald. Kann sein, dass ich mich verspäte.

Dokumentarfilm von Corinna Belz: Überraschende Einblicke in das zurückgezogene Schriftstellerleben des 73-jährigen Österreichers Peter Handke.
Peter Handke ist einer der bekanntesten zeitgenössischen Schriftsteller Österreichs – und ein Rätsel. Der 1942 in Kärnten geborene Handke avancierte dank Werken wie „Publikumsbeschimpfung“ oder „Die Angst des Tormanns beim Elfmeter“ zum Popstar der schreibenden Zunft, doch kaum hatte er sich in den Bestsellerlisten positioniert, verschwand er auch schon wieder fluchtartig aus dem Rampenlicht. Stattdessen ging er auf Reisen und nahm die Leser mit in seine ganz eigene Sprache. Regisseurin Corinna Belz will den Zuschauern dabei helfen, sich Peter Handkes Denk-, Arbeits- und Lebenswelt zu erschließen. In ihrem Dokumentarfilm „Peter Handke - Bin im Wald. Kann sein, dass ich mich verspäte“ untersucht sie, wie der Autor schreibt, wie er seine Beobachtungen in Kunst verwandelt und mit den großen Fragen ringt: „Was ist jetzt? Wie soll man leben?“ 

THREE SEASONS

Ein Film von Tony Bui
mit Harvey Keitel, Don Duong, Ngoc Hiep Nguyen,
Manh Cuong Tran, Zoe Bui, Huu Duoc Nguyen

THREE SEASONS

Saigon, Ende der 90er Jahre. Während die Millionenmetropole ihre Kultur an die Moderne verliert, suchen fünf Menschen nach dem kleinen Glück: Der fleißige Rikschafahrer Hai liebt das Callgirl Lan und spart unermüdlich Geld für eine Nacht mit ihr. Die Lotuspflückerin Kain An verhilft einem durch Lepra entstellten Dichter zu neuer Inspiration. Woody, der Bauchladenjunge, büßt seinen Warenkoffer ein und Hager, der ehemalige US-Marinesoldat, sucht seine Tochter und findet Frieden...

Die erste US-Produktion, die rund 23 Jahre nach Kriegsende in der Sozialistischen Republik Vietnam realisiert werden durfte, erhielt beim Sundance Filmfestival den Großen Preis der Jury und die Auszeichnung für die Beste Kamera.

CITIZENFOUR

Dokumentarfilm von LAURA POITRAS.

CITIZENFOUR

Im Januar 2013 erhielt Laura Poitras die verschlüsselte E-Mail eines Unbekannten, der sich Citizen Four nannte. Darin bot er ihr Insider-Informationen über illegale Abhörpraktiken der NSA und anderer Geheimdienste an. Poitras arbeitete damals bereits mehrere Jahre an einem Film über Abhörprogramme in den USA, die in Folge der Terroranschläge am 11. September 2001 gestartet worden waren. Im Juni 2013 flog sie mit dem investigativen Journalisten Glenn Greenwald sowie dem Geheimdienstreporter des Guardian Ewen MacAskill und ihrer Kamera nach Hongkong zum ersten Treffen mit dem Unbekannten, der sich als Edward Snowden zu erkennen gab. Etliche weitere Treffen folgten. Die dabei gemachten Aufnahmen bilden die Basis des oscarprämierten Dokumentarfilms von Laura Poitras.

BEING
JOHN MALKOVICH

Ein Film von Spike Jonze (1999)
mit John Cusack, Cameron Diaz, Catherine Keener, John Malkovich

BEING JOHN MALKOVICH

Als dem Puppenspieler Craig (John Cusack) der Erfolg versagt bleibt und seine Frau Lotte (Cameron Diaz) aus dem gemeinsamen Heim ein Tierasyl macht, bleibt ihm nichts anderes übrig, als sich einen Bürojob zu suchen. Doch schon mit dem Vorstellungsgespräch fängt die Absurdität an: Das Büro liegt im 7 1/2 Stock und man kann nur gebückt, die Räume durchschreiten. Diese Unannehmlichkeit macht die hübsche Maxine (Catherine Keener) wieder wett, in die sich Craig verliebt. All sein Werben ist umsonst, bis er hinter seinem Schrank einen Tunnel entdeckt, der zu einem 15 Minuten Trip in John Malkovich einlädt. Bald schon haben Craig, Lotte und Maxine die Idee: Sie vermarkten den Trip in John Malkovich, bis er ihnen eines Tages auf die Spur kommt, und selbst für eine Reise in sich ansteht ...

LIEBER FIDEL –
Maritas Geschichte

Ein Film von WILFRIED HUISMANN.
Mit Marita Ilona Lorenz.
Musik: Klaus Doldinger

LIEBER FIDEL – Maritas Geschichte

1959 befand sie sich die gebürtige Bremerin Marita Ilona Lorenz auf einer Karibik-Kreuzfahrt an Bord der Berlin, auf der ihr Vater Heinrich Kapitän war. Die Berlin legte kurz nach Ende der Kubanischen Revolution in Havanna in Kuba an. Sie lernte Präsident Fidel Castro bei einem Bordbesuch kennen und wurde seine Geliebte.
Nach dem Ende dieser Beziehung wurde sie von der CIA rekrutiert und arbeitete mit militanten Castro-Gegnern in Florida zusammen. Sie ging zunächst zurück nach Deutschland. Sie kehrte dann nach Miami zurück, um sich Frank Sturgis und E. Howard Hunt anzuschließen. Ersterer war Anführer der „Internationalen Anti-Kommunistischen Brigade“, die „Operation 40“, letzterer bei der CIA für Finanzierungen zuständig. Beide waren auch in den Watergate-Einbruch verwickelt. Marita Lorenz wurde von der CIA im Januar 1960 ausgesandt, Castro zu ermorden, führte das Vorhaben jedoch nicht aus.
Laut Aussage vor einem amerikanischen Gericht in einem Ehrverletzungsprozess kannte sie auch Lee Harvey Oswald und Jack Ruby. Sie gab dort unter Eid an, am Vortag des Attentats auf den amerikanischen Präsidenten Kennedy sei ein Waffentransport nach Dallas erfolgt. Bei diesem sollen, neben anderen bekannten Personen der Gruppe 40, Orlando Bosch und Pedro Díaz Lanz zugegen gewesen sein, sowie in einem gesicherten Haus der CIA in Dallas Gerry Hemming, Frank Sturgis und die Novo-Brüder (darunter Guillermo Novo). Zu den Geschehnissen an den Vortagen des Attentats stehen sich die Aussagen von Marita Lorenz und der genannten Vertreter der anti-kubanischen terroristischen Opposition diametral gegenüber ...
Nach dem nicht ausgeführten Anschlagsplan auf Fidel Castro stand sie in intimer Beziehung zum venezolanischen Diktator Marcos Pérez Jiménez, der im Exil lebte. Pérez stand mit Carlos Marcello und Meyer Lansky in Kontakt. Marita hat mit ihm eine Tochter, Monica. Nach dem Tod vermachte Pérez Marita 5 Mio. US-Dollar, die von der CIA einbehalten worden sein sollen.

Im Januar 2016 wurde bekannt, dass eine Hollywood-Verfilmung ihres Lebens geplant sei.

PREISE: BANFF Rockie Award 2002 / Documentary Award XIX. International Film Festival Uruguay / Teilnahme am Telluride Film Festival 

EGON SCHIELE

Ein Film von Dieter Berner (2016)
mit Noag Saavedra als Egon Schiele.

EGON SCHIELE

Wien, Anfang des 20. Jahrhunderts: Der junge Egon Schiele ist mit seinen originellen, erotisch aufgeladenen Werken einer der meist diskutierten Künstler seiner Zeit. Leidenschaftlich lebt er für seine Kunst, die inspiriert wird von schönen Frauen und dem Geist einer zu Ende gehenden Ära. Seine jüngere Schwester Gerti ist seine erste Muse, doch schon bald stehen zu ihrem Missfallen immer neue Mädchen für Egon Modell. Als ihm von seinem Künstlerfreund Gustav Klimt die rothaarige Wally vorgestellt wird, verbindet die beiden bald schon mehr als die Liebe zur Kunst. Eine ebenso stürmische wie wahrhaftige Beziehung beginnt, die sich fortan durch Schieles Schaffen ziehen wird und durch sein Gemälde „Tod und Mädchen“ unsterblich geworden ist.
EGON SCHIELE – Tod und Mädchen lässt einen der prägendsten Künstler der Wiener Moderne aufleben und ist zugleich ein pulsierendes wie episches Zeitbild. Neuentdeckung Noah Saavedra (SPECTRE) brilliert als von Leidenschaft getriebener Künstler auf dem Höhepunkt seines Schaffens.

DIE WAND

Ein Film von Roman Pölsler.
Mit Martina Gedeck - nach dem Weltbestseller von Marlen Haushofer

DIE WAND

Zusammen mit einem befreundeten Paar begibt sich eine Frau auf eine einsame Jagdhütte in den österreichischen Bergen. Als dieses Paar gegen Abend noch ins Dorf geht, legt sich die Frau schlafen und stellt am nächsten Morgen fest, dass die beiden nicht zurückgekehrt sind. Zusammen mit dem Hund Luchs macht sie sich auf die Suche und stößt dabei gegen eine unsichtbare Wand, die sie nicht durchbrechen kann und hinter der alles menschliche Leben wie eingefroren erscheint.

Isoliert von der Zivilisation ist die Frau aus der Stadt gezwungen, sich mit ihrer neuen Situation zu arrangieren. Sie wird zur Bäuerin und Jägerin. Eine Kuh und eine Katze laufen ihr zu. Die Kuh bekommt dann noch ein männliches Jungtier; die Katze gebiert ebenfalls ein Junges, welches sie wegen des weißen Fells „Perle“ nennt. Im Sommer zieht sie mit den Tieren auf die Alm. Im zweiten Sommer trifft sie dort auf einen Mann, der den jungen Stier und ihren Hund mit einer Axt tötet. Daraufhin erschießt sie ihn mit einem Jagdgewehr.

Im dritten Jahr schreibt die Frau, basierend auf ihren Notizen, auf den Rückseiten von Kalenderblättern und Geschäftsbriefen einen Bericht über ihre Zeit im Wald. Der Film endet, als sie alles Papier in der Hütte vollgeschrieben hat. 

Only Lovers left alive

Ein Film von Jim Jarmusch
mit Tilda Swinton, Tom Hiddelston, Mia Wasikowska, Anton Yelchin, John Hurt

ONLY LOVERS LEFT ALIVE

Adam (Tom Hiddleston) ist Rock-Musiker, Erfinder und Vampir und weilt schon seit Ewigkeiten auf der Erde. Er lebt verschanzt in einer Villa in einem Detroiter Industriegebiet. Da er das Haus erst mit Anbruch der Dunkelheit verlassen kann, beschäftigt er sich tagsüber mit seinen Gitarren und tüftelt an verschiedensten Dingen herum. Von den Menschen hält er sich ohnehin lieber fern, weil er kaum ertragen kann, wie die ihre Welt völlig sinnlos zugrunde richten. Und so driftet er immer stärker in die Depression ab, zumal seine große Liebe Eve (Tilda Swinton) Tausende von Kilometern entfernt lebt. Auch sie scheut die Menschen und muss sich dank des Flaschenblutes ihres alten Freundes Christopher Marlowe auch nicht mit ihnen abgeben. Eve beginnt trotz großer Distanz den schwindenden Lebensmut ihres Geliebten zu spüren und begibt sich nach Detroit. Als sie dort angekommen ist, feiert das Paar zunächst seine Wiedervereinigung. Doch dann taucht plötzlich Eves Schwester Ava (Mia Wasikowska) bei ihnen auf und wirbelt ihrer aller Leben kräftig durcheinander.

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